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Checkliste zur Vermeidung häufig gemachter
Fehler im schriftlichen Bericht
1. formale Gesichtspunkte:
a) Rechtschreibung:
Da oft erstaunlich viele Rechtschreibprobleme auftreten, soll
der Bericht auf korrekte Rechtschreibung (wenn möglich,
hinsichtlich der Rechtschreibreform) überprüft werden.
Dazu kann man die elektronische Rechtschreibprüfung des
jeweiligen Textverarbeitungsprogramms verwenden. Oft ist es
aber notwendig, auf nicht-elektronische Mittel (Duden, Wörterbücher
etc.) zurückzugreifen.
b) Literaturangaben:
Bei jeder im Text erwähnten Literatur muß man sich
die Frage stellen: "Habe ich die Arbeit im Original gelesen
?". Wenn das nicht der Fall ist, muß zumindest
im Text erwähnt werden, daß es sich um Sekundärzitate
handelt. Im Literaturverzeichnis ist dann die Originalarbeit
zuzüglich eines Verweises auf jene Literatur anzugeben,
aus der die Originalarbeit zitiert wurde.
Weiters ist zu hinterfragen: "Kann man erwarten, daß
der/die LeserIn manche Aussagen ohne Literaturangabe nachvollziehen
kann, oder weiß, wo sie gegebenenfalls nachschlagen
kann?". Nur dort, wo man sich sicher ist, daß die
entsprechenden Inhalte zum Allgemeinwissen der Zielgruppe
gehören, kann eine Literaturangabe wegfallen.
Jede Literaturangabe im Text muß im Literaturverzeichnis
aufscheinen!
c) Tabellen und Abbildungen:
Oft werden Tabellen und Abbildungen verwechselt. Als Kriterium
für die Entscheidung, was als Tabelle oder Abbildung
bezeichnet wird gilt: Abbildungen werden mit Grafikprogrammen,
Tabellen gegebenenfalls mit Tabellenkalkulationsprogrammen
(oder Tabellenfunktionen in Textverarbeitungsprogrammen) erstellt.
Der Titel der Tabellen wird über die jeweilige Tabelle,
der Titel der Abbildung unter die jeweilige Abbildung geschrieben.
Alle Tabellen und Abbildungen (auch jene im Anhang) müssen
im Text erwähnt werden. Dabei ist es absolut notwendig,
daß im Verweis die jeweilige Abbildungs- oder Tabellennummer
enthalten ist (z.B.: "siehe Abbildung 4").
d) Es ist auf geschlechtsneutrale Ausdrucksweise
zu achten (bspw. ProbandInnen).
e) Zusammenhang zwischen Text und Anhang:
Oft geht man fälschlicherweise davon aus
- keine Rückverweise im Text zu benötigen, da sich
der/die LeserIn ohnehin an zuvor Berichtetes erinnert
- daß der/die LeserIn genügend Zeit hat Zusammenhänge
zwischen Text und Anhang herzustellen.
Unerläßlich sind aber Querverweise, die sowohl
Zusammenhänge zwischen Inhalten im Text, als auch zwischen
Text und Anhang herstellen. Es bietet sich an, den Anhang
mit einem eigenen Inhaltsverzeichnis zu versehen, um dem/der
LeserIn ein mühsames Suchen zu ersparen.
Ausdrucke von Ergebnissen statistischer Computerverfahren
(z.B.: SPSS) gehören ihn den Anhang. Im Text sollen die
wichtigsten Informationen kurz dargestellt werden.
f) CD ROM:
Wenn eine CD ROM zur Datendokumentation abgegeben wird, sollte
eine abheftbare Hülle (Anm.: wird "clip tray"
genannt) für die CD verwendet werden. Auch für Disketten
gibt es eigene Klarsichthüllen, die man benutzen sollte.
g) Welches Textverarbeitungsprogramm soll
verwendet werden?
Neben "Microsoft Word" gibt es noch das Programm
LaTeX. LaTex ist nicht so einfach zu bedienen und funktioniert
nicht auf jedem Computer, bietet aber im Gegensatz zu Word
völlige Kontrolle über die Abläufe im Programm.
Auch HTML Editoren können verwendet werden, obwohl die
Darstellung von Formeln hier schwieriger zu realisieren ist.
Zusätzlich gibt es Konvertierungsprogramme, die TeX-Daten
in HTML-Daten umschreiben können.
h) Urteile:
Immer dann, wenn aus verschiedenen Gründen (z.B: zur
Illustration) die Ergebnisse selektiv unterteilt werden, müssen
die Gesichtspunkte nach denen selektiert wurde mitgeteilt
werden.
2. inhaltliche Gesichtspunkte:
a) Weitere Hilfe:
Es ist möglich, daß neben der Beratung durch Prof.
Albert und die TutorInnen weitere Hilfe in Anspruch genommen
wurde (was sich nicht negativ auf die Note auswirkt, ganz
im Gegenteil). Die Erwähnung der Beratung zu spezifischen
Inhalten muß entweder durch Fußnoten an der entsprechenden
Stelle, oder durch eine Danksagung am Beginn der Arbeit erfolgen.
b) Zusammenfassungen:
Das Schreiben guter Zusammenfassungen ist eine Frage der Übung.
Grundsätzlich sollte man beim Verfassen der Zusammenfassung
folgendermaßen vorgehen:
Durchlesen von guten Zusammenfassungen in Fachzeitschriften.
Folgende Fragen stellen: Was wird vermittelt? Ist das Wichtigste
der Arbeit enthalten? Kann man die Zusammenfassung verstehen?
Jedes Gruppenmitglied schreibt eine Zusammenfassung, die von
den anderen Gruppenmitgliedern durchgelesen und konstruktiv
kritisiert wird.
Die Zusammenfassung wird gemeinsam in der Gruppe geschrieben.
Gute Zusammenfassungen sind wichtig, weil bei der Literatursuche
in Datenbanken vor allem nach dem Inhalt des Abstracts (neben
Autor und Arbeitstitel) sortiert wird. Auch bei Gutachten
und Anträgen spielt die Qualität der Zusammenfassung
eine große Rolle.
In der Zusammenfassung wird auf Literaturangaben verzichtet.
Nur bei älteren Arbeiten ( > zehn Jahre) wird der
Zeitraum im Text erwähnt.
c) Verständnis:
Man sollte versuchen den Bericht mit den Augen einer Person
zu lesen, die nichts über das Thema der Arbeit weiß
und sich folgende Fragen stellen:
-Ist die Person in der Lage den Bericht zu verstehen?
-Wo könnte die Person Verständnisschwierigkeiten
haben?
Solche Verständnisschwierigkeiten entstehen immer dann,
wenn Erklärungen zu einem Begriff an der falschen Stelle
gegeben werden (meist zu spät).
d) In den Anhang oder in den Text?
Wichtige Ergebnisse gehören nicht in den Anhang, sondern
in den Text.
In den Anhang gehören Ergänzungen zu den im Text
behandelten Inhalten.
Wenn über die Leistung von ProbandInnen in verschiedenen
Aufgaben berichtet wird, bietet es sich an, im Anhang als
Ergänzung zum Ergebnisteil eine Tabelle folgender Art
hinzuzufügen. In die Spalten werden die Aufgaben, in
die Zeilen die Personen eingetragen. In die Zellen trägt
man dann die Aufgabenergebnisse (z.B.: "gelöst"/"nicht
gelöst"/"nicht bearbeitet", oder Latenzen
etc.) ein.
Die Instruktionen werden in genauem Wortlaut im Anhang wiedergegeben.
Im Text soll die Instruktion nur dann ausführlich und
wörtlich wiedergegeben werden, wenn sie mit der Fragestellung
zu tun hat. In allen anderen Fällen (z.B.: bei der Instruktion
für die Bedienung einer Apparatur) reicht eine Kurzfassung
im Text aus.
e) Stand der Forschung:
Über die Größe der berichteten Effekte (z.B.:
bei Latenzen) müssen konkrete Angaben gemacht werden.
Dies kann dadurch geschehen, daß konkrete Zahlen in
Klammern angegeben werden.
f) Methodenteil:
Der/die LeserIn soll sich ein Bild machen können, was
im Versuch passiert ist.
Die Dauer der Versuchsphasen und der gesamten Sitzung muß
angegeben werden (Mittelwert und Standardabweichung).
Bei Gruppenversuchen muß die Anzahl der Teilnehmer pro
Gruppe angegeben werden. Die Größe der Gruppe hat
Einfluß auf das Verhalten der Einzelpersonen. Je größer
die Gruppe ist, desto größer wird die Wahrscheinlichkeit
einer Störung und desto schwieriger die Beobachtung des
Verhaltens der einzelnen TeilnehmerInnen.
g) Ergebnisteil:
-Vor der Hypothesenprüfung soll anschaulich darüber
berichtet werden, was passiert ist, was man beobachtet hat
und wie sich die ProbandInnen verhalten haben. Die Ergebnisse
werden in dieser Reihenfolge dargestellt:
deskriptive Darstellung
Entscheidung über die Bedeutsamkeit der Ergebnisse mittels
inferenzstatistischer Auswertung
Interpretation
-Es müssen präzise Angaben gemacht werden, wie man
zu den Ergebnissen gekommen ist (z.B.: Mittelwerte - worüber
wurde gemittelt?).
-Wenn Aufgaben als "richtig gelöst" oder "falsch
gelöst" klassifiziert werden, muß definiert
und angegeben werden, in welchem Fall eine Aufgabe als richtig,
in welchem als falsch bewertet wurde.
h) Methodenteil und Ergebnisteil:
- Es müssen mindestens solche Informationen gegeben werden,
die für den/die LeserIn eine Beurteilung der Arbeit als
gut oder schlecht ermöglicht.
- Alle Situationsvariablen, die einen Einfluß auf das
Ergebnis und die Interpretation haben können, müssen
mitgeteilt werden. Die Variable "Luftfeuchtigkeit"
hat wahrscheinlich in viele Fällen keinerlei Auswirkung.
Wenn aber die Möglichkeit besteht, daß sie einen
Einfluß auf das Ergebnis hat, muß konkret darüber
berichtet werden.
- Jene Informationen, die es ermöglichen die Angemessenheit
der Ergebnisse zu beurteilen, müssen gegeben werden.
i) Illustrationen:
Es ist zu überlegen, wo durch Illustrationen (z.B.: Tabellen
und Abbildungen) das Verständnis des Texts verbessert
werden kann.
j) Regel:
Der Bericht muß vor der Abgabe von jedem Gruppenmitglied
nochmals gelesen werden, um zu vermeiden, daß sinnleere,
umgangssprachliche Passagen vorkommen (vgl. Aussage: "Die
Auswertung der Hypothese...").
k) Frage:
Könnte man nicht versuchen die mögliche Auswirkung
mancher Störvariablen nachträglich einer Prüfung
unterziehen? Oft begnügt man sich mit dem Versuch potentielle
Störeinflüsse konstant zu halten ohne zu überprüfen,
ob das tatsächlich gelungen ist.
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